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Tall Zira'a > Kampagnen > Ausgrabung So '03
20.04.2024

 

 

1. Ausgrabungskampagne 2003

Im August und September 2003 führte das Biblisch-Archäologische Institut Wuppertal die erste Kampagne der archäologischen Erforschung des Tall Zira'a durch. Nachdem 2001 die Survey- und Prospektionsaufgaben den Schwerpunkt der Erforschung bildeten, wurden diese nun in das Wadi al-'Arab hinein ausgedehnt. Insbesondere wurden durch Luftbildaufnahmen mit einer an einem Heliumballon befestigten Kamera und durch Vermessung mit einem Global Positioning System (GPS) neue Möglichkeiten zur Erkundung von Altertümern erschlossen sowie die Herstellung einer dreidimensionalen Karte des Tall Zira'a und seines Umfeldes ermöglicht.


Die Ausgrabungen auf dem Tall Zira'a konzentrierten sich auf dessen Nord-West-Seite. Dort wurden 200 Quadratmeter (8 Squares a 5x5 m) geöffnet und auf einer Tiefe von bis zu 3 m erkundet. Wir ergruben in vier Strata (1= römisch-byzantinische Zeit; 2= jüngere Eisenzeit; 3 ältere Eisenzeit; 4= Spätbronzezeit) hauptsächlich Wohnbereiche. Die rechtwinklig ausgerichteten Häuser der röm.-byz. Epoche waren hangseitig erodiert. Aus der jüngeren Eisenzeit waren solide, rechtwinklig angelegte Räume, während der älteren Eisenzeit nur geringe und schlecht erhaltene Architekturreste aufgefunden worden. Es deutet darauf hin, dass die ältere Eisenzeit die Ruinen der Spätbronzezeit für ihre Zwecke z.T. wiederbenutzte. In der Spätbronzezeit wurde eine Kasemattenmauer mit zwei angrenzenden gepflasterten Räumen und einem gedeckten Kanal in einem Straßenabschnitt ergraben. Nach unseren geophysikalischen Erkundungen sind noch weitere 2,5 bis 3 m Kulturschicht in diesem Bereich zu erforschen.

Wir benutzten die Kampagne 2003 aber auch dazu, im Rahmen der experimentellen Archäologie ein ethnologisch-technikgeschichtliches Projekt durchzuführen. Unter der Aufsicht der letzten in Umm Qais lebenden Tabuniye baute deren Sohn in traditioneller Weise einen Tabun (Brotbackofen).

Stand der Information: 2003

AKTUELLER HINWEIS (2017)

 

Ausführlich werden die Ergebnisse

der Grabungskampagnen von 2003 bis 2011

in der Endpublikation dargestellt.


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